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Wachgeküsst: Öder Schulhof-Frosch wird zum grünen Prinzen

Beim Vorher-Nachher-Vergleich würde ihn wohl kaum jemand wiedererkennen: unser Schulhof

klettergeruest

Innerhalb eines Jahres hat der vereinte Einsatz von Lehrern, Schülern, Eltern und den STADTOASEN e.V. aus einem asphaltgrauen, typisch innerstädtischen Schulhof-Frosch einen höchst attraktiven grünen Prinzen geschaffen.
Der neue Schulhof mit seinen einladend hellen, leuchtenden Farben und natürlichen Materialien ist von St. Leonhards Schülerinnen und Schülern begeistert angenommen, eingeweiht und kräftig bespielt worden. Holzdächer, Klettergerüste, Leitern, Hängebrücken und bunte Netze zum Schaukeln oder Wippen sind von der ersten Pausenminute an belagert. In der Nähe der Ruhezone unter prächtigen alten Bäumen ist eine Steinbank vielfarbig mit Mosaiksteinen verziert worden.

Wie wir wissen, war das nicht immer so. Im Schuljahr 2007/08 begann unter Anleitung von Deutsch- und Sportlehrer Roman Thürwächter und mit tatkräftiger Unterstützung der STADTOASEN e.V. eine feste Gruppe von etwa acht Schülern aus allen Jahrgangsstufen, Visionen von einer schöneren Schulumgebung zu entwickeln. Und da alle jungen Schulhofnutzer einbezogen werden sollten, wurden per Fragebögen die Pausenträume sämtlicher Klassen und Kurse ermittelt. Die STADTOASEN e. V. fügten schließlich noch einen kräftigen Schuss Erfahrung, Realitätssinn, Materialkunde und Finanzierungs-Know-How hinzu, und schon konnte auf der Lehrerkonferenz ein spannender Plan präsentiert werden, der die Pädagogen zum Staunen brachte.

Im Herbst 2008 begann die Realisierung der Neugestaltung mit unterschiedlich hohen Holzpodesten, überdacht von hohen Baumkronen, die zum Lagern, Plaudern, Sonnen, Spielen und Springen einladen. Tiefgreifender waren die Veränderungen, die die Erdarbeiten im März 2009 bewirkten. Die alten Betonplatten mussten entfernt werden, um weichem Rindenmulch unter den zukünftigen Spielgeräten Platz zu machen. Auch der Fahrradstellplatz, der rechts vom Haupteingang entstehen soll, machte kräftiges Buddeln erforderlich. Und so schufteten Schüler/innen der Jahrgangsstufe 11, mehrere Zehntklässler/innen und einige Schüler/innen der Jahrgangsstufe 8 und 9 als Baggerführer, Plattenstemmer oder Erdausheber. Eine Gruppe von Schüler/innen der Stufe 10 betätigte sich mit Erfolg künstlerisch bei der Gestaltung der bildschönen Mosaikbank. Bei solchem Feuereifer geriet manches Lehrer-Vorurteil und mancher bisherige Schüler-Berufswunsch ins Wanken.
Einen richtigen Schub brachte ein schulfreier Tag im März 2009 anlässlich einer Fortbildungsveranstaltung des Kollegiums. Lehrer/innen, die nach ganztägigen Weiterbildungsmühen einen Blick aus dem Fenster warfen, trauten ihren Augen kaum. Der gesamte Bereich zwischen Basketballfeld und Prinzenhofstraße war plötzlich plattenfrei, zu sehen war erstmals seit Jahrzehnten die nackte braune Erde.
Während der Osterferien 2009 wurden dort Klettergerüste, Schaukel-Netze und Holzleitern von professioneller Hand aufgestellt. In den Sommerferien ist der Fahrradstellplatz dran.

Was hat dem betreuenden Lehrer Roman Thürwächter an dieser erstaunlichen Aktion besonders gefallen?
„Die Zuverlässigkeit der Schüler, ihr toller Einsatz und der enorme Spaß, den alle an körperlicher Arbeit in der Gruppe hatten.“ Außerdem war diese Umgestaltung dringend nötig, so Herr Thürwächter: „Die Verbesserung der Aktionsmöglichkeiten in den Pausen war dringend nötig und freut mich ganz besonders.“
Die Initiative wurde im Rahmen der EuRegionale 2008 von der Stadt gefördert. Auch unserem Förderverein sei für finanzielle Unterstützung herzlich gedankt. Die letzten Gelder – und noch einmal ein wenig Schülerschweiß - soll ein Sponsorenlauf nach den Sommerferien zum Fließen bringen.

 

 

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